Epilepsie
Die, die von dieser Krankheit betroffen sind sagen sehr oft, dass es sich wie ein Gewitter im Kopf anfühlt. Mein jüngster Sohn bekam seinen ersten und einzigen Anfall im Alter von fünf Jahren. Es war seltsam, denn er befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht in meinem Sichtfeld und trotzdem fühlte ich, dass irgendetwas mit ihm sein musste und ich schaute nach ihm. Nun ist es beim Menschen einfacher anhand eines EEG`s festzustellen, dass eine Störung vorhanden ist. Beim Hund lässt sich das so nicht durchführen schon mal aufgrund des dicken Schädelknochens.

Da es sich entweder um eine primäre (durch Vererbung) oder um eine sekundäre (durch Krankheit wie Tumore oder Vieren) handeln kann, sollte erst einmal abgeklärt werden, ob eine Erkrankung ansich vorliegt. Als erstes wird ein Blutbild erstellt und dann sollte per Ultraschall der Bauchraum und das Herz untersucht werden. Sind da alle Ergebnisse negativ, kann man schon mal von einer primären Epilepsie ausgehen. Gut wäre es, wenn man die Padigrees der Eltern zur Nachforschung zur Verfügung hätte. Auch wenn ein Züchter sehr verantwortungsvoll handelt, es kann trotzdem vorkommen. Wenn nichts vorliegt oder auch bei Mischlingen, wie es bei unserem Merlin der Fall ist, kann man weitere Untersuchungen anstellen oder sie als erblich für sich einstufen. Durch gute  Beobachtung würde bei z.B. einem Tumor im Kopf eine schnelle Wesensveränderung folgen oder ein schnelle Veränderung des gesamten Gesundheitszustandes festzustellen sein. Bei mehr als einem Anfall, erst dann wird von Epilepsie gesprochen, wird empfohlen Phenoleptil zu verabreichen. Ob die Verabreichung über lange Zeit andere organische Schäden verursacht, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Ebenso kann es zu Veränderung im Wesen, Lernfähigkeit, Konzentration und Wahrnehmung kommen.

Dadurch, dass ich Menschen (außer meinen Sohn) mit Epilepsie kennengelernt habe und auch einen Anfall bei solch einer Person miterlebt habe, und auch nun den 2. Aussie mit Epilepsie habe, habe ich mit der Vielfältigkeiten über Verlauf und Ausprägung bereits Bekannschaft gemacht. Und auch durch Gespräche erfahre ich ab und zu neue Versionen und zum Teil auch herausgefundene Gründe. Trotz allem konnte ich nur wenige Informationen im Netz dazu finden, geschweige den von Erfahrungsberichten.

Oft ist es aber auch nicht einfach über seine Erlebnisse zu sprechen vor allem wenn man einen jungen Hund viel zu früh dadurch verloren hat. Dahinter steckt fast immer eine lange Leidensgeschichte und Entscheidungen, die sehr schmerzlich sind.  Man kann sein Leben in etwa darauf einstellen, aber Epilepsie hat keine Struktur. Ich habe mehrfach gedacht, dass ich  durch bestimmte Eckpunkte unseres Lebens und auch unseres Trainings eine Vorhersehbarkeit erreiche, aber ich habe mich geirrt. Es gibt viel zu viele Komponente zu beachten, was wohl niemand je schaffen wird.

Über im Sport geführte Hunde mit Epilepsie, habe ich praktisch überhaupt nichts erfahren können. Gerade das ist der Grund, warum ich immer wieder mit anderen Hundesportlern darüber spreche. Ich vermute, dass aus verschiedenen Gründen diese Hunde aus dem Sport genommen wurden. Gerade das möchte ich nicht, denn schließlich werden auch Hunderassen geführt, die durch ihre Rassemerkmale oder Charakter nicht leichter zu trainieren sind. Ich bin davon überzeugt, dass ich Merlin zu sehr guter oder evtl. auch noch zu vorzüglicher Leistung bringen kann, auch wenn ich dafür mehr Zeit einplanen muss und viel Kleinschrittiger, als normal.

Ich werde weiterhin versuchen Erfahrungen von anderen Betroffenen zu sammeln durch Gespräche oder wie ich hoffe in Foren.

Tagebuch

 

Merlin bekam am 07.08.2011 seinen ersten epileptischen Anfall, aus heiterem Himmel... In der Woche vorher war er 2x abends sehr unruhig und hechelte stark, ohne dass er vorher in Bewegung war. Es kam uns ungewöhnlich vor, aber eine Erklärung fanden wir nicht. Nach einiger Zeit wurde er wieder ruhiger, sodass wir nicht weiter darüber nachdachten. Inzwischen sind wir uns sicher, dass es ein Vorbote für den ersten Anfall war. Merlins Anfälle waren nicht spektakulär, eher bilderbuchmäßig, aber trotzdem Epilepsie.


Auch denken wir jetzt, dass seine ständige Unruhe, viel Herumlaufen in der Wohnung, und dass er nicht wirklich zum Tiefschlaf kam und wenn, dann direkt heraus schreckte, ein Vorbote gewesen sein kann.


Vorausschauen können wir nicht, wie sich seine Krankheit entwickeln wird, aber wir werden Merlin möglichst ein gleichbleibenden Tagesablauf bieten und die zeitlich möglichst genaue Gabe seines Medikamentes einhalten, dafür stellen wir auch am Wochenende den Wecker. Dies ist uns sehr wichtig, weil wir dadurch erst wirklich feststellen können, ob die Dosis von Phenoleptil gegenüber der Belastung tagsüber richtig eingestellt ist. Natürlich kann das nicht zu 100% umgesetzt werden, da Wettersituation, Wechsel zwischen Wochentags und Wochenende und auch Belastung Einfluß nehmen werden, aber durch diese gleichbleibende Komponente und die Führung eines Tagebuches ist die Eingrenzung der Ursache besser möglich. Wir hoffen, dass wir so für Merlin und auch für uns einen Weg in ein normales unkompliziertes Leben finden und vielleicht Hundebesitzern mit gleichen Problemen helfen können.

 

07.08.2011

ca. 22.30 Uhr erster Anfall - Verkrampfung des Körpers, Versuche stehen zu bleiben, Fang geschlossen, Zähne vollständig zu sehen, schnelle stoßweise Atmung, Schaum tritt aus, Kotteile verloren, schlägt wiederholt mit dem Körper und dem Kopf gegen den Schrank

08.08.2011

ca. 5.30 Uhr für etwa 1,5 Minuten Verkrampfung des Körpers, starres stehen, Versuch sich zu halten, geöffneten Fang, schnelle stoßweise Atmung, danach verwirrt

-Blutuntersuchung, kein Befund-

09.08.2011

ca. 4.00 Uhr gleiches Verhalten wie am Montag, 10 Minuten nachdem das Licht aus ist Hinlegen zum Schlafen

-Ultraschall Bauchraum und Herz, ohne Befund, Gabe von 1,5 Tabletten Phenoleptil 50mg

10.08.2011

schläft viel, keine Orientierung, keine Körperkoordination vor allem in der Hinterhand

11.08.2011

Verhalten wie tags zuvor, Reduktion auf 1 Tablette abends Phenoleptil

12.08.2011

leichte Besserung der Körperkoordination- Reduktion auf 1/2 Tablette Phenoleptil

13.08.2011

leichte Besserung der Körperkoordination, aber noch immer unbefriedigend-TA, absetzen des Medikamentes

14.08.2011

nur noch ganz leichte Koordinationsprobleme, Tendenz Besserung, wirkt auf Spaziergang von 1 Std. schnell müde. Trotz Spielens mit einem anderen Hund, kein Anfall.

15.08.2011

Koordination ist vollständig hergestellt.Leichtes Training Obedience.

16.08.2011

1/4 Tablette morgens/abends, Koordination sehr gut, kein Anfall, leichtes Training Obedience.

17.08.2011

Nach tagelangen kühlen Temperaturen erster recht warmer Tag. Auf dem kurzen Abendspaziergang tobt Merlin ausgelassen, sehr hoher Bewegungsdrang, auf dem Heimweg cool down, langsam gehen, um die Atemfrequenz zu senken. Starke Erregung bei freudigen Ereignissen. Ca. 22.45 Uhr mehrmals Zucken im Schlaf, träumt? Starkes stoßweises Hecheln kommt hinzu, bleibt aber liegen. Anschließend Lefzen lecken, Schmatzen, hebt immer wieder Kopf, bleibt aber liegen. Beruhigt sich nach etwa 5-10Minuten. Ca. 23.45 Uhr Atmung normaliesiert sich langsam wieder.

18.08.2011

Nach dem Aufstehen 5.30 Uhr wirkt müde, legt sich freiwillig immer wieder hin. Morgenspaziergang, normal, sehr aktiv. TA Phenoleptil 50mg auf 1/2 Tablette/Gabe erhöhen.

Tagestemperaturen über 30°C, hohe Luftfeuchtigkeit, Abendspaziergang sehr aktiv, tobt ausgelassen herum.

19.08.2011

Erhöhung der Dosis ergibt keine Verhaltensveränderung, Körperkoordination sehr gut, Verhalten normal aktiv, in der Nacht keinen Anfall gehabt.

20.08.2011

Die Nacht verlief ohne Vorkommnisse, morgens noch kühl, Training = 1x komplette Prüfung Obedience Klasse 3, alles bestens, kurzer Spaziergang, tagsüber aktiv, gönnt sich keine Schlafpause.

21.08.-25.08.2011

Trotz Obedience-Training und eher schwüles Wetter hat Merlin bisher keinen Anfall mehr bekommen. Allerdings achten wir sehr darauf, dass er nicht überfordert wird und Ruhephasen einhält.

29.08.2011

Bisher sind wir sehr zufrieden, Merlin bekam keine weiteren Anfälle. Bemerkt haben wir allerdings, dass er mehr schläft, was wir als positiv betrachten, da er vorher immer schlecht zur Ruhe kam, er könnte ja was verpassen. Jetzt wirkt er eher gelassener und träumt auch am Tag während er schläft. Nach unserem 2-stündigen Spaziergang am Sonntag war er so geschaft, dass er zu Hause dann sehr lange und auch sehr tief geschlafen hat. Wenn Merlin uns müde erscheint, beobachten wir auch manchmal leichte Koordinationsprobleme.

30.08.2011

Das gestrige Obediencetraining haben wir bis nach der Tablettengabe hinausgeschoben, um herauszufinden, ob er dann noch normal reagiert. Zu unserem Erstaunen war er eher schon übermotiviert und war nicht zu bremsen in seiner Arbeit. Heute zeigt er sich ebenfalls wie gewohnt aktiv, seine Ruhphasen hält er danach wie schon beobachtet gut ein. Er legt sich hin und entspannt sich.

09.09.2011

Die Blutuntersuchuchung bei Merlin hat ergeben, dass er optimal eingestellt ist.

Bisher geht es ihm sehr gut und es gab keinerlei Anzeichen für einen erneuten Anfall. Im Obedience-Training arbeitet er immer begeistert mit, als wäre nie etwas gewesen. Bemerkenswert ist, dass Merlin zur Zeit viel schneller lernt. Ebenso hechelt er nicht mehr so extrem, wenn er aktiv wird und schreckt nicht mehr aus einer gerade angefangenen Tiefschlafphase auf.

Schade, dass er uns nicht erzählen kann, wie es ihm vor seinem Anfall ging, ob er Druck im Kopf hatte oder er nicht richtig schlafen konnte, weil er sich dann sehr unwohl fühlte. Insgesamt gefällt uns Merlins Gesamteindruck und sein Verhalten.

10.09.2011

Gestern, Freitag, haben Merlin und ich erstmals wieder am Agi-Training im Verein teilgenommen. Der Parcour war aufgrund der Witterungsverhältnisse sehr abgespeckt (warm, Regen), Hürden, Tunnel, Reifen, Slalom. Der jeweilige Lauf war recht kurz mit etwa 10-12 Geräten. Bis zum Ende des Trainings war Merlin gut konzentriert und zeigte keinen sichtlichen Leistungsabfall. Seine Körperkoordination war normal.

Zu Hause kam er dann allerdings nicht richtig zur Ruhe, lief herum, hechelte andauernd und in der Nacht schreckte er auf. Am Morgen zeigte er sich ruhiger aber fit. Beim Obediencetraining baute er recht schnell ab und konnte sich bei der zweiten Übung bereits nicht mehr gut konzentrieren, obwohl er sehr guten Arbeitswillen zeigte.

Anschließen war Merlin rege bei unserer Gartenarbeit mit am Werke und auch während unser Besuch da war, legte er sich nicht zur Ruhe ab.

11.09.2011 (ca. 19 C°, erst trocken, dann Regen und etwas kühler)

Die Nacht verlief ruhig obwohl er abends noch zwei Mal ohne Anstrengung gehabt zu haben eine Zeit lang gehechelt hatte, kam aber dann schnell zur Ruhe.

Am Morgen war Merlin recht ruhig und legte sich selbst nach dem Spaziergang ab. Insgesamt wirkt er müde, läuft nicht so viel herum und sein Hecheln tritt seltener auf.

12.09.2011 warm / sehr windig bis stürmig / zeitweise leichter Regen

Obediencetraining: Box, Richtungsapport - sehr aktiv, Anhalten in der Box sehr schwierig, beim 5. Versuch Box, wird Merlin langsamer; Richtungsapport, sehr gute Arbeit, läuft mit sehr gutem Tempo - rennt vor dem Schlafengehen noch ein paar Male herum, sieht etwas desorientiert aus, keine wirklich Ziel dabei zu erkennen, Nacht bleibt ruhig.

13.09.2011 kühlere Temperaturen, bwölkt, teilweise sonnig

wirkt am Morgen müde, legt sich selbständig ab. Obediencetraining mit Box, Richtungsapport, Apport über die Hürde, 2. Trainingseinheit - 3x Abruf mit Unterbrechng, rast mit Belohnungsball mehrere Runden über den Platz. Abgelegt für cool down, abends schnell ruhig.

15.09.2011 kühl, bewölkt

Agilitytraing-2 Parcourläufe mit Wiederholung von Teilbereichen, zwischendurch Ablage in Box ohne Sicht, zu Hause will noch spielen-aufgedreht, Ablage für cool down, beruhigt sich, legt sich selbständig ab, legt sich schnell zur Nachtruhe hin, ruhige Nacht.

16.09.2011 sonnig, kühl später bewölkt kurzer Regenschauer

ruhiges Verhalten morgens, wirkt ausgeruht, nachmittags intensives Rennen mit anderem Hund, Energie läßt recht schnell nach, legt sich selbständig immer wieder ab, schläft.


23.09.2011

Überhöhter Stress äußert sich bei ihm durch dauerndes Hecheln und Ruhelosigkeit in der Nacht. Das konnten wir während unseres einwöchigen Urlaubs in Thüringen feststellen. Wir waren ca. 6 Stunden unterwegs, wandern. Obwohl wir das nicht als große Anstrengung sahen, war es scheinbar zu viel für ihn.

Ebenso zeigte sich das gleiche Verhalten nachdem ich mit Merlin abends unser Training wie "immer" absolviert hatte.

Es scheint so, als wenn sich die Überbelastung hauptsächlich auf die körperliche Betätigung konzentriert. Ein unruhiges Umfeld, bellende Hunde usw., Kopfarbeit belasten ihn scheinbar nicht so sehr. Unser "cool down" funktioniert dann leider nicht / noch nicht.

01.10.2011

Sonnig, ca.26 C

Heute sind Merlin und ich unsere erste Obi-Prüfung seit seinem Anfall gelaufen. Bestanden haben wir zwar nicht, aber ich war sehr zufrieden mit seiner Leistung. Merlin hat genau seine derzeitigen Trainingsstand gezeigt, lediglich die Box suchte er in der falschen Richtung. Ob er nun einfach nur unaufmerksam war oder durch Sonne- und Schattenspiel sie nicht gesehen hatte, lasse ich dahin gestellt. Beim zweiten Versuch fand er sie jedenfalls sofort. Insgesamt scheint er den Tag gut verkraftet zu haben. Er zeigte keine Stresssymptome und zu Hause legte er sich schnell hin zum Schlafen, er war sehr müde.  Die Nacht bleibt abzuwarten...


02.10.-07.10.2011

Die für Ende September/Anfang Oktober ungewöhnlich hohen Temperaturen haben Merlin nichts ausgemacht. Zu Hause legt er sich seinem Alter entsprechend hin und ruht bzw. schläft. Morgens liegt er meist dort, wo er sich abends hingelegt hatte. Wenn wir unterwegs sind, zeigt er sich aktiv und tobt gern mit anderen Hunden herum, aber ohne sich zu übernehmen. Durch die Tabletteneinnahme kommt Merlin insgesamt immer mehr ins Gleichgewicht.


Vorerst haben wir Winterpause, das Training geht natürlich weiter, aber im geringeren Umfang. 2012 wird sich zeigen, ob Merlin mit der Belastung zurecht kommt, wenn wir trainieren und zus. mehr Prüfungen absolvieren. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass normale Vereinsprüfungen im Obedience möglich sind.


 

05.11.2011
16° bewölkt/sonnig
Merlin zeigt konstant sehr viel Elan, baut aber auch sehr schnell ab.Manchmal schaut er irgendwie desorientiert. Er schaut mit großen Augen in  meine Richtung oder steht den Kopf in eine Ecke gewandt. Diese kleinen "Aussetzer" kommen nach Stresssituationen oder viel Aufregung über längere Zeit vor. Sie gehen aber so schnell vorbei, wie sie kommen, oft reicht ein kurzes Ansprechen und nach kurzer Zeit legt er sich entspannt hin.

09.11.2011
ca. 15° sonnig, in der Sonne muckelig warm, sommerlike.
Wir haben einen trainingsfreien Tag eingelegt, um das aufregend Wochenende und 2 Tage Training zu verarbeiten. Merlin wirkt zwar auf den kleinen Spaziergängen sehr aktiv und unternehmungslustig, aber der Schein trügt. In der Wohnung liegt er fast nur herum und schläft. Sonstige, bei ihm gewohnte Aktivitäten, hat er völlig eingestellt. So ist es auch gedacht, Ausruhen...

26.11.2011
seit Wochen trockenes Wetter, sonnig,warm, seit 2 Tagen trübt es sich ein, ein paar Tropfen Regen, nichts spektakuläres...  4 - 8°
Die Winterpause bekommt Merlin sehr gut. Wir trainieren in der Woche nur kurze Sequenzen oft nur, was im Wohnzimmer möglich ist - Grundlagen. 1x/Woche 15 Minuten Training in der Halle, Merlin zeigt hohen Arbeitswillen und hat ein enormes Tempo. Trotzdem arbeitet er sauber und selbst unsere Übung: Abrufen mit Steh und Platz zeigte er am Donnerstag ein sehr gutes Ergebnis. Er hat das Gelernte gut behalten und zeigt es sicher. Abends in seinem Körbchen schaute er etwas desorientiert und hechelte, auf Ansprechen reagierte es nicht. Nach kurzer Zeit legte er sich wieder hin und kuschelte sich behaglich ein. Evtl. hat er sich zu schnell zu hoch in Hochspannung gebracht.

06. bis 08.12.2011
teilweise Regen, Wind, ca. 5 C°
Am Dienstag und Mittwoch Abend, kurz nach 21 Uhr bekam Merlin erneut Anfälle. Die anfängliche leichte Verkrampfung steigerte sich schnell. Während des 2. Anfalls schrie er vor Schmerz und bekam teilweise keine Luft und würgte. Es schien, als wenn er länger krampfen würde und ich versuchte ihm rektal Diazepan zu verabreichen, was nicht gut funktionierte. Nach den Anfällen dauerte es sehr lange, bis Merlin sich wieder beruhigt hatte.
Am Donnerstag Morgen ca. 3 Uhr bekam er erneut einen Anfall. Diesmal fiel er in eine direkte Starre. Nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte, trat keine Entspannung ein, er blieb verkrampft. Das Einführen von Diazepan schlug völlig fehl, er war zu verkrampft.
Am Morgen hat er 3/4 Tablette Phenoleptil erhalten. Seine Koordination war normal. Er sucht ständig direkten Kontakt und lässt uns nicht aus den Augen. Abends sehr aktiv, läuft ständig herum - will spielen, legt sich dann hin, kommt zur Ruhe, steht wieder auf, läuft wieder herum. Die Tablettendosis wird auf 1 Tablette erhöht.

Rückblickend waren erste Anzeichen für erneute Anfälle da. Tage zuvor hechelte Merlin wieder, ohne vorher in Aktion gewesen zu sein. Vor dem zweiten Anfall war er sehr unruhig und wollte sich nicht hinlegen. Nachdem er sich doch hingelegt hatte, schreckte er wieder aus einem kurzen Schlaf heraus. Der Ablauf entsprach in etwa dem vor seinem ersten Anfall im August.

09.12.2011
trocken, 4 C°
Trotz der Erhöhung der Tablettendosis kann Merlin sich recht gut koordinieren. Teilweise schlurft er mit seinen Hinterpfoten und nur ab und zu stößt er sich mal am Schrank oder bekommt sozusagen nicht richtig die Kurve. Sein Bedarf an Bewegung ist ununterbrochen und so habe ich mit ihm ein paar Übungen im Obedience probiert. Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung führte er nur unsicher aus und benötigte ein paar Hilfen. Ebenso war die Box nicht korrekt, bei einer weiteren Wiederholung funktionierte es ohne Hilfe. Der Richtungsapport war sehr gut sowie unser noch im Aufbau befindlichen Abrufen mit Unterbrechung. Insgesamt gesehen war er etwas unkonzentriert und unsicher, aber er konnte das Gelernte gut abrufen. Wir hoffen, dass Merlin nach der Gewöhnung an die höhere Dosis wieder sicherer in der Ausführung sein wird.
Ansonsten wirkt er sehr aktiv, will ständig spielen oder läuft herum. Teilweise ist er regelrecht aufdringlich im Versuch uns zum Spielen zu animieren. Erst als wir uns absolut nicht mehr um ihn kümmern und uns mehr dem Abendprogramm im Fernsehen widmen, legt er sich ab.
Sein Geruchssinn scheint noch aktiver geworden zu sein, alles wird noch intensiver beschnuppert. Ebenso sieht es mit seinem Appetit aus, ob Mülleimer Spülmaschine oder Essen bei uns, er wird auch hier regelrecht aufdringlich. Gerade meinten wir gesehen zu haben, dass Merlin versucht hat den Mülleimerdeckel anzuheben... ja, er hat :) .

17.12.2011
trocken bewölkt, 1-5 C°
Die Dosis haben wir auf eine 3/4 Tablette 50mg Phenoleptil festgelegt, also eine viertel Tablette weniger, als nach dem Anfall. Damit kommt er wieder sehr gut zurecht und seine Koordination passt. Das Training verlief wie immer, er kann das Erlernte gut abrufen und sicher. Sein Arbeitswille ist ungebrochen, teilweise durch die vermehrten Ruhephasen fast schon übermotiviert. Er wirkt, als wenn nie etwas gewesen wäre.
19.12.2011
ca 1 C°, teilweise leichter Schneefall
Am Samstag Abend war Merlin wieder sehr unruhig, er wollte Spielen, stand dann wieder herum und schaute nur irgendwohin. Selbst noch eine Gassirunde veränderte ihn nicht, er legte sich zwar hin, hechelte und starte mich an. Da diese Merkmale zu den Vorboten für einen Anfall gehören, gaben wir ihm vorsichtshalber zusätzlich 1/4 Tablette. Nach einer weiteren Spielrunde legte er sich hin und wurde merklich ruhiger und entspannte. Die Nacht verlief ruhig. Am Sonntag zeigte er weder Auswirkungen bzgl. der zus. Dosis noch sonstige Auffälligkeiten.

24.12.2011 - 02.01.2012
Merlin hat die turbulenten Weihnachtstage gut überstanden. Unser Ausflug ins Sauerland war sehr aufregend für ihn. Am ersten Abend haben wir ihm vorsichtshalber 1/4 Tablette zusätzlich gegeben, er war so aufgedreht, dass er nicht zur Ruhe kam und dauernd hechelte. Nachdem er auch noch aus einem kurzen Schlaf aufschreckte, entschieden wir uns dazu. Am Silvesterabend hat er ebenfalls 1 Tablette erhalten. Er verkroch sich zwar bei uns unter dem Tisch und er schien wie mit Pattex festgeklebt zu sein, aber er atmete recht ruhig. In der Nacht schlief er auch ruhig und war am Neujahrsmorgen fit wie immer und zum Toben aufgelegt. Die langen Spaziergänge im Schnee haben ihm super gefallen, vor allem das Herumtoben mit Ayuna und Lucas.

04.01.2012
stürmisch, Regen ca, 6 C°
Gestern Abend lag Merlin wie üblich zu unseren Füßen beim Fernsehen. Plötzlich schaut er mich mit weit aufgerissen Augen an und ich wusste sofort, dass er einen Anfall bekommt. Es ging auch sofort los und ich hatte Mühe ihn am Hals festzuhalten. Ich musste ihn zwischen Tisch und Couch hervor ziehen, er krampfte so unkontrolliert, dass er mit seinen Zähnen gegen den Tisch schlug, er war kaum zu halten.
Geschätzt nach Stunden und fast am Ende meiner Kraft beruhigte er sich langsam. Zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass er wieder krampfen würde, aber er war ansprechbar und versuchte lediglich sich dem Ganzen zu entziehen. Ich hielt ihn weiter bei mir, damit er nicht gegen Wände und Schränke läuft. Ich konnte ihn nach und nach beruhigen und merkte, wie er stabiler wurde. Er lief danach noch eine Weile herum und trank viel. Nach mehrmaligen Versuchen ihn abzulegen, um zur Ruhe zu kommen, legte er sich ab und dämmerte dann etwas vor sich hin. Die Nacht verlief ruhig. Merlin bekommt ab sofort eine Tablette morgens und abends. Soweit ist seine Koordination gut.
Da Anfang Dezember  ebenfalls eine extreme Wetterlage im Anmarsch war und ein weiterer Hund aus unserer Trainingstruppe einen Anfall erlitten hat, gehe ich davon aus, dass da ein Zusammenhang bestehen könnte. Ebenfalls erhielt ich darüber Info, dass es bei Menschen ebenfalls durch solche Wetterumschwünge zu Anfällen kommen kann.

08.01.2012
4 C° teilweise Regen und Sonne
Merlin wirkt nach ein paar Tagen Gabe von 1 Tablette morgens und abends 50 mg Phenoleptil ruhiger und aufmerksamer. Er legt sich bei Müdigkeit selbständig ab und schläft entspannt. Es scheint, dass die derzeitige Dosis passt. Beim Training, einmal komplett alle Übungen der Obi-Klasse 3 arbeitet er souverän und konzentriert. Seine Körperkoordination ist gut, manchmal stößt er gegen Gegenstände, wenn er auf etwas konzentriert ist, seine Reaktionen auf Ansprache und anschließende Ausführung sind insgesamt gut.

09.01.2012
6 C° feuchte Luft, kein Niederschlag
Wie bereits am Wochenende beobachtet, kommt Merlin schnell zur Ruhe und legt sich selbständig ab. Beim Training ist er hoch konzentriert und arbeitet zu meiner Freude sehr sauber seine Übungen. Dieses Verhalten beobachteten wir ebenso Ende August, nach der ersten Einstellung auf seine Tablettendosis. Wir gehen davon aus, dass er wieder optimal eingestellt ist. Wir hoffen zwar, dass diese positive Entwicklung stand hält, werden aber genau beobachten, wie er sich in den nächsten Wochen entwickelt. Erneut höher Aktivität bzw. Unruhe könnte wieder darauf hinweisen, dass die Dosis noch nicht ausreicht. Aber wir hoffen, dass die Tablettendosis ausreicht.

22.01.2012
ca. 6 C°, windig bis stürmig, teilweise heftiger Regen
Merlin hatte gerade wieder einen Anfall, ohne Vorwarnung aus dem Schlaf heraus. Da er direkt neben mir lag, konnte ich ihn sofort festhalten und ihn auf die Seite legen, was ihn scheinbar stärker beruhigte, als im Stand zu bleiben. Beim Abklingen, drehte er sich zu mir um und legte er seinen Kopf an meinen Hals. Diese Nähe, vielleicht auch mein ihm bekannter Geruch, lies ihn noch stärker entspannen, sodass er kurz danach sich körperlich wieder gut koordinieren konnte. Meine Befürchtungen, dass er seinen Umstand mit mir in Verbindung bringt, scheint nicht zu sein. Er sucht dann stark meine Nähe, ohne Beschwichtigungen zu zeigen.

Heute Morgen sind wir trotz des unbeständigen Wetter raus zum Spazierengehen und etwas zu trainieren. Unterwegs spielte Merlin mit einer Labradorhündin, Schnüffeln und ein wenig Ballspiel. Das Training war zwar intensiv, aber eher kurz, da es anfing zu regnen. Auf dem Rückweg noch ein wenig Fußarbeit, Merlin wollte unbedingt arbeiten, und ein wenig Ballspielen. Insgesamt nichts besonderes. Trotzdem kam ein Anfall.
Bemerkenswert ist, dass es immer mit stürmischen Wetter zusammen zuhängen scheint.

Ca. 16 Uhr  2. Anfall, wieder aus dem Schlaf heraus...

ca. 21.30 Uhr 3. Anfall

2.35 23.01.2012  4. Anfall

Pro Tag 2 x 1,5 Tabletten Phenoleptil 50 mg.
Das Blut von Merlin wird erneut auf den Phenowert untersucht, sowie auf Elektrolytgehalt.

Blutuntersuchung ohne Befund, Phenowert liegt bei 23.

24.01.2012
Merlin sitzt neben uns, seine Augen bewegen sich unkontrolliert mit kleinen Zuckungen und auch am Körper zuckt er leicht. Er legt sich ab zum Schlafen, schreckt aber immer wieder aus der Ruhe heraus und schaut uns entsetzt an. Durch ruhiges Zureden und Streicheln beruhigt sich Merlin schnell wieder. Es scheinen kleinere Anfälle zu sein, die erst nach ca 20 min endlich vorbei sind. Die Nacht bleibt ruhig.

30.01.2012
kalt, -1 C°
Wir haben uns entschlossen Merlin auf Trockenfutter umzustellen. Den Hinweis, dass evtl. sein Stoffwechsel nicht in Ordnung sein könnte, haben wir aufgegriffen und im Internet nach mehr Informationen darüber gesucht. Bisher hat Merlin Frischfleisch mit allen empfohlenen Zusätzen bekommen, da bei ihm mit 1,5 Jahren eine Futtermilbenallergie diagnostiziert wurde. Seit der Gabe von Phenoleptil ist uns aufgefallen, dass er Öl als Zusatz zu seinem Futter nicht mehr vertrug und seit kurzem auch mehr trinkt und entsprechend auch raus muss.

Unter "Stoffwechselbedingter Epilepsie" sind wir bei Marengo auf eine interessante Seite gestoßen, dass Stoffwechselstörungen und demzufolge Leber- und Nierenstörungen eine sekundäre Epilepsie auslösen kann, wobei primär andere Störungen vorliegen, die Epilepsie auslösen und somit trotzdem behandelt werden müssen.
Da trotz höherer Gabe Phenoleptil am 22.01.2012 weitere Anfälle kamen, könnte es darin begründet sein. Ein Versuch ist es Wert und in den nächsten 4-6 Wochen wird sich zeigen, wie es sich auswirkt.

Merlin erhält seit 28.01.2012 pro Mahlzeit 1/3 Fleisch, 1/3 Gemüse und 1/3 Trockenfutter. Bisher verträgt er alles sehr gut, auch seine Darmtätigkeit verhält sich normal.

02.02.2012
es sieht draußen aus wie Frühling, jede Menge Sonne und blauer Himmel, aber es ist bitter kalt bis zu -10 C°
Bisher sind wir sehr mit Merlin zufrieden. Er bekommt einen Esslöffel voll Hühnerfleisch etwas Gemüse und ein Esslöffel Joghurt, Rest Trockenfutter. Sein Magen und Darm arbeiten normal, sein Trinkbedürfnis hat abgenommen. Seine Drang zur Aktivität hat nicht abgenommen, aber er liegt auch nur da und döst vor sich hin. Nachts schläft er gut und träumt teilweise rege... Wir hoffen, dass dieser Zustand anhält.

03.02.2012
sehr kalt bis zu -12 C°
Wir sind weiterhin sehr zufrieden mit Merlin, Spielen, Toben, alles normal. So lange wir aktiv sind, läuft er hinter uns her und will auch beim Essenkochen dabei sein, halt ein Aussie, ansonsten legt er sich recht schnell ab und schläft. Sein Trockenfutter bewirkt nun doch einen etwas weicheren Kot und er muss auch mindestens 3 x am Tag die Natur damit bereichern. Wir hatten damit eigentlich schon in den ersten Tagen gerechnet, aber da wir ja nun Wochenende haben, können wir die Entwicklung so doch besser beobachten. Durchhalten ist angesagt und evtl. Zugabe von Banane.

13.02.2012
um 0 C°, etwas Schnee
Merlin wirkt ausgeglichen. Aktivitäten werden so genutzt, wie es das Wort ausdrückt, ansonsten legt er sich oft hin und genießt die Ruhe. Mit dem Trockenfutter, Belcando Dinner, kommt er prima zurecht, auch wenn er ein wenig zugenommen hat. Auch die Häufchenprozedur hat sich heute das erste Mal auf 2 Spaziergänge reduziert.

15.02.2012
knapp über 0 C°, Regen/trocken bewölkt, teilweise heftiger Wind
Mit Merlin habe ich heute nach mehreren Tagen Nichtstun wieder trainiert. Er war etwas zerstreut, kann aber auch an der Portion Kraftüberschuss liegen. Trotzdem war ich mit seiner Leistung zufrieden. Danach trafen wir einen sehr agilen Labrador, Rangelei unter selbstbewussten Rüden.
Merlin trinkt inzwischen normal und auch seine Darmaktivität hat sich reduziert, es regelt sich langsam ein. Wir sind sehr zufrieden mit seinem Gesamteindruck, es hat bisher auch keine Anzeichen mehr für einen Anfall gegeben. Wir hoffen, es bleibt so.

heidischultz@gmx.de