Banjo
vom Valer Land
Labrador
(Field Trial-Linie)
Schwarz
geboren: 27.09.2000
gestorben: 15.01.2011
Sportart:
Obedience
Frisbee
Banjo kam mit ca. 8 Wochen zu uns, quasi als Überraschung, zumindest für unsere Kinder.
Wir hatten uns schon länger mit dem Gedanken getragen, uns einen Hund zuzulegen. Dann kam eine Zeitungsanzeige und wir fuhren hin, nur mal so ansehen... und was wir mitnahmen, war ein Bündel Fell, zitternd vor Angst und doch neugierig, was um ihn herum alles so geschah. In meinen Armen fühlte er sich schon recht geborgen. Als unsere Kinder ihn zu Hause begrüßten, war Freude auf beiden Seiten. Auch Banjo war begeistert über so viel Familie und das blieb auch so, er gehörte einfach dazu.
Selbst unsere Stallhasen mochte er sofort und am liebsten saß er im Stall bei den Hasen, wenn Füttern oder Reinigen angesagt war. Als Junghund passte er immer auf die Junghasen auf, die ich zur Stallreinigung in eine Wanne gesetzt hatte, das ja keines abhanden kam. Umso schlimmer war es für ihn, als in einem Wurf fast alle Junghasen starben. Er stand an der Wanne und stubste die toten Hasen ständig an und schaute dann wieder zu mir, als wollte er sagen: schau, da stimmt was nicht...
Wasser war für ihn immer ein Element, dass noch so kalt sein konnte, da musste er rein. Selbst in einen eiskalten Bergsee ging er hinein. Aber am liebsten mochte Banjo ein ordentliches Schlammbad. Banjo hatte seinen eigenen Ablauf entwickelt: erst in den Schlamm springen und ordentlich darin herumwühlen, besser noch, mit der Nase zu erst, dann ein paar Mal ordentlich von einer Seite auf die andere drehen, nun ab auf die Wiese und auf dem Rücken durch das Gras rutschen und sich so oft drehen, wie es Spass macht, danach geht es wieder zurück in die Schlammlache... das Ganz wird so lange wiederholt, bis der absolute Wohlfühleffekt eingetreten ist. Video
Wenn ich Glück hatte, war ein Fluss oder Teich in der Nähe, wenn nicht, dann Pech für mich: schmutziger Hund - schmutzige Klamotten - schmutziges Auto und stolzer Hundebesitzer supersauer....
Banjo war ein sehr verschmuster Kuschelhund, der Menschen liebte. Allerdings hatte er gemäß seiner Rasse auch einen eigenen Kopf und wenn er etwas wollte, dann tat er es. Heute weis ich, dass eine Erziehung vom ersten Tag an uns viel Ärger erspart hätte, aber auch wir als Ersthundbesitzer waren davon überzeugt, dass das nicht so wichtig sein kann und sich von allein regelt. Naja, gedacht... Als Junghund war er nicht mehr zu halten, er hätte gut ein Alphatier im Rudel abgeben können, aber wir sind nun mal keine Hunde und so kam es immer wieder zu Konfrontationen, Hund machte was er wollte.
Im Juli 2003 betrat ich das erste Mal einen Hundeplatz, um Obedience mit Banjo auszuüben. Ich hatte ganz bewußt diese Sportart gewählt und nicht Agility. Banjo war ein sehr aktiver Hund und noch mehr pushen, das sollte auf keinen Fall stattfinden. Die Grundlagen für die Begleithundeprüfung, die vorher absolviert werden mußte, hatten wir sehr schnell gelernt und konnten im Frühjahr 2004 im Obedience das erste Mal starten.
Meine Aufregung konnte ich kaum kontollieren, aber Banjo war absolut ruhig. Dann kam die Übung: Zurücksenden zum Viereck - 15m von mir vorraus in ein 3x3m großes Quadrat, woraus ich ihn vorher zu mir abgerufen hatte. Er rannte auch in einem super Tempo zum Quadrat und zu seiner Leine, die darin lag (ist erlaubt bis einschl. Klasse 1), nahm sie freudig auf und brachte sie mir total überglücklich, seine Leine gefunden zu haben. Ich vesank sprichwörtlich im Boden. Völlig ratlos schaute ich zum Richter Ton Hoffmann aus den Niederlanden und ich konnte es nicht glauben, er lachte... Ja, ist halt ein Apportierhund, da muß man mit rechnen... war seine Aussage dazu. Die Übung konnten wir noch einmal wiederholen und bekamen die Mindestpunktzahl für diese Übung.
Zu meinem Leidwesen und als absoluter Lacheffekt für die Zuschauer tat er so etwas immer wieder. Er brachte nicht nur die Leine, auch Kegel oder lief einfach mal zum Richtertisch, um zu sehen, was da los war, Banjo live. Trotz allem war Banjo immer ein begeisterter Sportler und er brachte sich bald um, wenn er arbeiten durfte.
Im Frühjahr 2008 stellte ich immer öfter fest, dass Banjo schlecht oder gar nicht laufen konnte. Ich lies ihn röntgen und laut Diagnose des Arztes hatte er einen Bruch im Ellebogengelenk zwischen Elle und Speiche. Eine Behandlung konnte gemäß seiner Aussage nicht mehr erfolgen, der Bruch sei zu alt. Ich machte mir Gedanken, ob er beim Frisbeespielen falsch aufgekommen war oder beim Toben über die löchrige Hundewiese sich verletzt hatte. Leider meldet sich Banjo immer erst, wenn der Schmerz super stark ist.
Jedenfalls beschloss ich, dass er am 12.07.2008 seine letzte Prüfung haben sollte. Ich wollte ihm keine schnellen Stopps mehr zumuten. Eigentlich hätte ich glücklich sein sollen, dass er noch einmal eine super Prüfung ablegte und ein "sehr gut" erreichte, aber es war für mich der schlimmste Tag überhaupt...
Ein Jahr später lies ich Banjo noch einmal röntgen. Ich erfuhr, dass dieser angebliche Bruch völlig normal bei Hunden ist und wachstumsbedingt vorkommt. Allerdings wurde uns mitgeteilt, dass Banjo starke Arthrose in beiden Schultergelenken hat. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ihn aus dem Sport herausgenommen hatte. Als "Rentner" fühlte er sich super wohl und genoss seine Streicheleinheiten und das herumtoben mit Merlin, wenn ihm danach war. Ansonsten liebte er das ausgiebige Herumschnüffeln bei Spaziergängen und die Abende mit seinem Herrchen, wenn Merlin und ich zum Training waren :) .