Obedience = Gehorsam
Wer sich sportlich im Bereich Obedience betätigen möchte, sollte viel Geduld und den Hang zur Perfektion mitbringen. Hier geht es nicht nur darum dem Hund eine Abfolge von Handlungen beizubringen, sondern auch sauber, schnell und dass er auch noch freudig arbeitet. Übersetzt heißt das, der Hund hat nicht einfach nur links neben dem Hundeführer sich auf Befehl hinzusetzen, sondern parallel dazu und die Schulter am Bein des Hundeführers.
Um eine Handlungsabfolge beim Hund abzurufen, dürfen laut Prüfungsordnung Obedience nur eine bestimmte Anzahl von Befehlen pro Übung erteilt werden. Jeder weitere Befehl kostet Punkte. Insgesamt können höchstens 320 Punkte erreicht werden. In der Beginner-Klasse kann jeder starten, der die Begleithundeprüfung bestanden hat. Der Aufstieg in alle nachfolgenden Klassen kann bei erreichen eines "Vorzüglich" erfolgen.
Im Obedience gibt es folgende Klassen:
-Beginner
-Klasse 1
-Klasse 2
-Klasse 3
Wer schon einmal bei solch einer Prüfung Zuschauer war wird festgestellt haben, dass es recht langweilig wirkt. Vom Hundeführer und auch vom Hund wird höchste Konzentration abverlangt.
Aber was versteht man nun unter "Gehorsam". Noch immer wird die Meinung vertreten, dass der Hund ohne Wenn und Aber tut, was verlangt wird. Natürlich möchte ich nicht, dass mir mein Hund auf der Nase herumtanzt, aber ihn ständig unter Druck zu setzten und ihn zu bestrafen, kann nicht der Weg sein. Gemäß neuesten Studien werden selbst Manager mit Blick über den Zaun zum Wolfsrudel geschult, wie echte Führung und Anleitung zur Leistungsbereitschaft erzeugt wird. Je nach Seelenleben kann ein Hund an zu viel Druck und Strafe zerbrechen und nicht mehr in der Lage sein, zu arbeiten. Ist es mir das Wert um meinen Ehrgeiz zu befriedigen?
Ich persönlich möchte meine Hunde freudig arbeiten sehen. Auch wenn mal eine Übung oder eine ganze Prüfung daneben geht, weil mein Junghund meint, heute ist Clowntag, könnte ich meinen Hund nicht dafür strafen, er wüsste nicht wofür. Als Hundeführer habe ich mir Gedanken zu machen, warum und was kann ich ändern. Auch mit dem Alter eines Hundes und der Häufigkeit der ausgeführten Übungen wird mein Hund von allein sicherer und arbeitet gezielter.
Allerdings muss auch gesagt werden, dass mit den Unterschieden zwischen den Rassen auch Unterschiede im Lernverhalten und -können vorhanden sind. Es gibt aber auch keine Garantie dafür, wenn man sich einen Arbeitshund dafür aussucht, man dann auch Weltmeister wird. Auch ein Bordercolli, der sehr in Mode gekommen ist, will verstanden sein und er muss seine Aufgaben gut erklärt bekommen.
Jeder, der mehr mit seinem Hund machen möchte, als nur Spazierengehen, aber Agility nicht machen möchte, der wird mit Obedience Freude haben. Neben dem Spaß am Training wird der "Gehorsam" geschult sowie die Bindung zwischen Hund und Mensch.
-Jeder Hund möchte seine Aufgabe haben. Ein arbeitsloser Hund sucht sich seine Aufgaben je nach Veranlagung.-