Österreich August/September 2012

Am ersten Tag sind wir einfach nur von unserer Unterkunft das Tal bis zum Ende hoch und wieder runter gelaufen. Was heißt gelaufen, den ersten Teil sind wir über Stock und Stein geklettert und immer am Fluß Pizze entlang. Das war das Eingewöhnprogramm :) . Die Pizze selbst war grau und schlammig und nicht so schön eisgrün wie sonst. Unsere Nachfrage ergab, dass es am Wochenende davor wie aus Kübeln geschüttet hatte und somit die Pizze noch immer den Restschlamm transportierte und auch stark über die Ufer getreten war. Wir mussten sehr gut aufpassen, da das Erdreich noch nicht überall abgetrocknet war und zum Teil auch weg gespült worden war. Der Rückweg war dann pure Entspannung und Merlin hatte wieder dolle Späße drauf, wie er halt so ist.

Riffelseehütte

2. Tag
Morgens schon super Wetter, obwohl noch nicht wirklich die Sonne da war. Statt mit der Seilbahn sind wir von 1740m zum Riffelsee in 2493m Höhe aufgestiegen. Ein sehr anstrengender, aber auch schöner Aufstieg mit schmalen Wegen und teilweise Geröll. Merlin erledigte gleich mal die Prüfung zur Bergziege :). Dann war es endlich geschafft. Schnaufend und jetzt mit Sonne im Rücken kamen wir oben an. Pause und etwas Trinken und Essen, dann die üblichen Beweisfotos. Eine junge Kuh meinte Wohl in Merlin ein Kälbchen zu sehen, was wir entführen wollen, oder was auch immer. Jedenfalls kam sie uns immer näher, siehe Beweisfotos. Merlin ging dann ganz nach Art eines Vieh-Treibhundes zum Angriff über. Das verstand die Kuh dann doch und trat den Rückzug an. Nach dem Bewundern der Umgebung und des Sees ging es an den Abstieg. Wirtschaftsweg, wer geht schon den Wirtschaftsweg. Also wieder nach Bergziegenart Abgang über den schmalen Steig. So machte es aber mehr Spaß, nur man muss schon hinschauen, wo man hin tritt... Kurz bevor wir zur Taschachalm in 1796m Höhe am Ende unseres Abstiegs angekommen waren, fing es leicht an zu regnen. Es war angesagt und unser Timing stimmte. Noch eine kleine Stärkung, dann wieder zu Fuß zur Unterkunft (noch mal ca. 4 km).
3. Tag
Die ganze Nacht und auch am Morgen noch regnete es. Angesagt war wieder sturtzbach ähnlicher Regen, der aber ausblieb. Nach einer kleiner Rundreise mit dem Auto nach Wenns, Piller und zum Hochzeigergebiet entschlossen wir uns doch noch zu Fuß von der Unterkunft bis zur Gletscherstube zu laufen und wieder zurück. Es regnete immer noch, also Regenvollbekleidung und auf gehts. In der Gletscherstube in 1915m Höhe eine Brotzeit und ab zum Heimweg, diesmal im Schneeregen. Zurück in der Unterkunft sah nicht nur Merlin wie ein begossener Pudel aus, wir waren durch nass. Dafür schmeckte das Abendessen um so besser. Der Koch des Hauses zauberte jeden Tag super tolle Speisen.

4. Tag
Die Berge zeigten Schnee... und es war bitter kalt. Erst hatten wir noch 7C°, zum Nachmittag hin nur noch 4 C°. Die Aussicht auf die Berge war dafür gigantisch. Welche Jahreszeit hatten wir gerade noch mal??? 50 cm Neuschnee hatte es auf dem Gletscher gegeben und der Aufstieg zum Riffelsee war auch weiss gepudert.

Aufstieg Ludwigsburger Hütte

Der Nebel wollte sich nicht wirklich lichten und hing tief zwischen den Bergen. Alles Wegwünschen funktionierte auch leider nicht. Wir wagten dennoch den Aufstieg zur Ludwigsburger Hütte in 1935m Höhe aber diesmal über den Wirtschaftsweg. Den sog. Bärensteig hätten wir auch nehmen können, aber nicht bei solcher Nässe, zu gefährlich. Leider konnten wir an diesem Tag lediglich ein Beweisfoto machen. Den Wasserfall haben wir mehrfach gekreuzt bis wir oben ankamen. Die Hütte selbst war in dicken Nebel gehüllt, gute 20m Sichtweite wenn überhaupt. Was macht man dann?? Natürlich gut essen und sich gut unterhalten. Die Stube war sehr urig und wir kamen schnell ins Gespräch. Ach ja, das Essen... eine dicke Portion Kaiserschmarren, das ist ein Muss in Tirol, oder. Nudeldickevoll gefuttert gings zum Abstieg natürlich durch dicken Nebel. Weiter unten war dann doch schon wieder bessere Sicht, aber der Tag blieb insgesamt grau.

Aufstieg Neuberg Alm

5. Tag
Es verspricht ein guter Tag zu werden. Der Nebel lichtet sich zwar, verschwindet aber nicht ganz. Vorgesehen war der 3-Almen-Lauf: Neuberger Alm-Tiefentaler Alm-Arzler Alm.

Der Aufstieg von Eggenstall ca. 1250m zur Neuberger Alm in 1889m  Höhe ging über den Wirtschaftsweg, der auch schon steil genug war. Merlin war wieder in seiner Tobe- und Spiellaune. Er suchte sich wieder Stöckchen und raste voraus, um sich hin zulegen und Holzspäne zu produzieren oder einfach nur um herum zu kaspern. Die Alm selbst war sehr schön gebaut, in den Berg hinein. Das Wetter war soweit besser geworden, lediglich ein paar Nebelschwaden zogen hier und da durch die Berge.

Tiefentaler Alm

Der Weg zur Tiefentaler Alm 1880m hoch führte in luftiger Höhe von 1880m um den Berg herum mit einem sehr schmalen Weg. Dieser war gespickt von Felsenteilen und Wurzeln, es ging ständig rauf und runter. Ein Wegteil war sehr schmal und es ging links von uns direkt in die Tiefe, sodass wir die angebrachten Ketten auch nutzten. Insgesamt war das Ganze nichts für Leute mit Höhenangst. Merlin hielt sich tapfer und zeigt, dass er wirklich bergtauglich war. Die Alm selbst, super schön... auch die ganze Umgebung mit Berg und Fluss, einfach nur sehenswert. Der Wirt spielte Harmonika und die Wirtin hatte neben dem Bedienen noch Muse für ein Tänzchen mit der angestellten Bedienung. Wir wären gern noch länger geblieben, aber da war ja noch die dritte Alm. Also auf und dann verlief der Weg wie vorher wieder rund um den nächsten Berg. Die Wegbeschaffenheit war ähnlich und somit wieder hinschauen wo man hin tritt und nicht die Banlance verlieren. Merlin rutschte dann doch an einem Felsstück ab und seine rechte Hinterpfode rutschte zwischen die Felsen. Die zwei mittleren bereits durch seinen Schlurfgang abgewetzten Zehen bluteten. Aber Merlin ist hart im Nehmen und so lief er, als wenn nichts wäre... Die Arzler Alm 1900m hoch haben wir nur kurz besucht, sie war sehr schlicht. Die Kühe davor wollten beim Betreten keinen Platz machen und waren sehr aufdringlich. Aber wir haben ja Merlin...

Aifner Alm

6. Tag
Ein Tag zur Erholung. Vom Gachenblick/Piller 1560m hoch aus führte der Wirtschaftsweg langsam nach oben, ca. 2/3 des Weges. Der letzte Teil war etwas steiler, aber längst nicht ein solcher Anstieg, wie an den Tagen davor. Der Nebel war zwar wieder etwas stärker geworden, aber es gab bis auf den Talblick vom Gachenblick aus nicht viel zu sehen. Trotzdem eine tolle Tour.

Mauchele Alm / Brechsee

7. Tag
Angefangen hatte dieser Tag wieder mit Nebel, aber es war bereits morgens zu erkennen, dass die Sonne gewinnen würde. Der Aufstieg von etwa 1300m zur Mauchele Alm in 1820 m Höhe begann noch ohne Sonnenschein. Die Alm liegt sehr schön am Berg, sodass man gut bis ins Tal sehen kann sowie zur gegenüber gelegenen Ludwigsburger Hütte. Direkt von da aus beginnt der Aufstieg zum Brechsee in 2145m Höhe. Mindestens 2/3 der Strecke geht es auf schmalem Pfad durch den Wald nach oben. Der letzte Teil hat keinen Baumbestand mehr, nur Buschwerk und mal wieder mit Felsen und Wurzeln bestückt. Trotzdem war es angenehmer, als von der Neuberger Alm zur Tiefentaler Alm. Die 2 Teile des Brechsees liegen wunderbar eingebettet unterhalb von Felsmassiven, die sich bis zum steil abfallenden Berghang erstrecken. Wie bestellt verzogen sich die Wolken und die Sonne kam hervor. Wir blieben ca. eine halbe Stunde, um das Panorama zu genießen. Der Abstieg zur Söllberg Alm 1849m hoch führte wieder auf schmalem Weg durch Geröll und teilweise Morast nach unten. Diese Alm befindet sich ebenfalls am Hang mit Blick ins Tal. Die Kühe standen wieder sehr dicht an der Hütte und Merlin lies sie daher nicht eine Sekunde aus den Augen. Teilweise brummelte er ganz leise in deren Richtung. Beim Verlassen der Alm mussten wir an ihnen vorbei, Merlin konnte sich 2-3 kurzer Beller nicht verkneifen.

sonstiges

Eine Wiese mit Blumen... aber eine richtige Wildblumenwiese. Bei uns haben wir schon ewig keine Kornblumen mehr gesehen, da standen sie in Massen. Und...eine kleine Welt für sich. Die Pilze stehen wie kleine Monumente oder Häuser im Moos.

Merlin 05.07.2012